„So ein Jahr ist wirklich eine Bereicherung“
Freiwilliges Soziales Jahr - Ein Erfahrungsbericht aus dem Mobilen Sozialen Dienst in Reutlingen
Maria Bogott freut sich, wenn sie andere mit ihrer guten Laune anstecken kann
Ich heiße Maria Bogott, bin 19 Jahre alt und habe mich entschlossen, nach meinem Abitur im Juni 2006 ein Freiwilliges Soziales Jahr bei der KBF zu machen. Dieses Jahr wollte ich nutzen, um mich schon mal langsam in die Arbeitswelt einzufühlen und um Zeit zu gewinnen, selbst noch ein wenig zu reifen.
Ich arbeite in Reutlingen bei den Mobilen Sozialen und Pflegerischen Diensten. Dort kümmere ich mich um Menschen, die trotz Behinderung allein oder im Familienbund in einer eigenen Wohnung oder einem eigenen Haus wohnen. Sie benötigen meist nur bei kleineren Dingen Hilfe. So gehe ich für sie oder mit ihnen Lebensmittel oder anderes einkaufen, wir erledigen gemeinsam zum Beispiel Arztbesuche oder Postgänge; manche brauchen Hilfe bei der morgendlichen Dusche oder ergänzende Hilfen im Haushalt (waschen, putzen, bügeln), um nur einige Beispiele meiner vielseitigen Aufgaben zu nennen.
Oftmals aber leiste ich den Menschen einfach nur Gesellschaft zuhause, weil viele von ihnen allein leben. Da lese ich dann aus der Zeitung vor oder unterhalte mich einfach nur mit ihnen über Gott und die Welt.
Ein ganz anderes Aufgabenfeld bei uns ist das Ausfahren von „Essen auf Rädern“. Jeden Vormittag verteilen wir in sechs verschiedenen Touren Mittagessen an Menschen, die selbst keine Möglichkeit haben, sich ihr Essen zu kochen. Dort lernt man die verschiedensten Menschen kennen, die sehr zu schätzen wissen, dass wir jeden Tag mit guter Laune zu ihnen kommen.
Mir bereitet es große Freude, den Menschen so gut wie möglich zu helfen und ich weiß ihre große Dankbarkeit und ihre Freundlichkeit sehr zu schätzen.
Natürlich war auch ich anfangs nicht überzeugt, ob ich das überhaupt schaffe und ob ich mit den Menschen umgehen kann, aber diese Angst ist so schnell verflogen, so dass ich keine Sekunde bereue, dass ich mich für das FSJ bei der KBF entschieden habe.
Nie hätte ich gedacht, dass ich mich so verändern würde in diesem Jahr, aber ich merke einfach, dass ich viel offener auf Menschen zugehe und sie so akzeptiere, wie sie sind und ich habe gelernt, auch meine eigene Gesundheit mehr zu schätzen.
Ich kann ehrlich jedem raten, so ein Jahr zu machen, es ist wirklich eine Bereicherung.
Maria Bogott
Bericht über unser Freiwilliges Soziales Jahr bei der KBF:
Für mich war diese Stelle ein Glückstreffer

Manuela Haap liest an Fasching als Katze verkleidet aus der Zeitung vor
Ich bin von Mitte Oktober 06 bis Ende Februar 07 FSJ in der „Tagespflege für Ältere“ in Derendingen.
Zu meinen Aufgaben gehört es, täglich einen Teil der Besucher von zu Hause abzuholen, sie zur Tagespflege zu fahren und nachmittags wieder nach Hause zu bringen. Dabei kam es mir zugute, dass ich schon in einem früheren Praktikum Fahrerfahrung mit einem Bus sammeln konnte. Bei der KBF habe ich dann noch eine Fahr - und Werkstatteinweisung bekommen.
Während die Besucher ihr Frühstück zu sich nehmen, sorge ich dafür, dass sie mit Milch, Kaffee und allen anderen Dingen versorgt sind. Anschließend habe ich Zeit, mich für das zweistündige Morgenprogramm (Zeitung vorlesen, Gedächtnistraining, Gymnastik) vorzubereiten.
Wenn ich nicht im Morgenprogramm eingeteilt bin, helfe ich zum Beispiel einigen Besuchern beim Baden, gehe mit ihnen auf die Toilette oder erledige sonstige täglich anfallende Aufgaben.
Beim Mittagessen helfe ich das Essen auszuteilen und habe anschließend meine eigene Mittagspause.
Beim Nachmittagsprogramm helfe ich entweder dabei, eine große Gruppe zu betreuen oder ich habe meine eigene kleine, die aus 2 bis 4 Personen besteht, mit der ich dann verschiedene Spiele spielen, backen, basteln oder andere Aktivitäten durchführen kann. Es gehört dazu, alles vorzubereiten, den Besuchern ihre Aufgaben zu erklären, oftmals Geduld mit ihnen zu haben und über kleinere Fehler hinwegzusehen.
Für mich war diese Stelle ein Glückstreffer und eine Bestätigung in meinem Bestreben, Sozialarbeit zu studieren. Die Arbeit hier macht mir viel Spaß und ist abwechslungsreich, ich habe sehr nette Kollegen und Zeit mich mit den Besuchern zu unterhalten, was mir sehr wichtig ist.
Manuela Haap
Unser FSJ in der Seniorenwohnanlage Starzach-Bierlingen
Seit September letzten Jahres sind wir, Annika Beser und Marvin Beiter, als FSJ-ler und weitere drei Zivildienstleistende hier im Pflegeheim Starzach tätig. Wir haben uns aus unterschiedlichen Gründen für ein FSJ bzw. den Zivildienst entschieden. Die einen brauchten nach 13 Jahren Schule eine Auszeit, andere wussten noch nicht in welche berufliche Richtung sie gehen wollten, hatten keinen Ausbildungs-/ Studienplatz bekommen oder zogen den Umgang mit Menschen einem Wehrdienst vor.
Außerdem ist es eine sehr wichtige und komplett neue Lebenserfahrung, wie wir bald herausfanden, da wir am Anfang ja auch nicht wussten, was uns da erwartet. Aber davon später mehr.
Unser Haus ist eine kleinere Einrichtung, dadurch geht es bei uns im Haus sehr familiär zu, jeder kennt jeden und alle haben Kontakt untereinander. In unserem seit Juni 2006 eröffneten Haus gibt es insgesamt 26 Pflegeplätze, wovon momentan 18 Zimmer belegt sind. Das Haus erscheint aufgrund der vielen Glasdächer sehr hell und freundlich. An dieser Stelle sei erwähnt, dass unser Gebäude aus der Vogelperspektive schmetterlingsförmig aussieht, falls dies ausschlaggebend bei der Suche sein sollte. Unsere Bewohner sind zwischen 60 und 97 Jahre alt.
Unsere Aufgaben umfassen unter anderem die Grundpflege der Bewohner, Toilettengänge oder die Essensausgabe. Auf jeden Fall ist es eine abwechslungsreiche und eine verantwortungsvolle Tätigkeit. Wir üben uns in der Haushaltsführung und im Umgang mit Menschen. Natürlich darf der Spaß auch nicht zu kurz kommen, wir basteln, gehen spazieren, singen, spielen und unternehmen Ausflüge. Auch das Feiern wird bei uns groß geschrieben, wie z.B. das Zwiebelfest, die Weihnachtsfeier und die Faschingsfeier. Sicherlich folgen noch weitere. Diese gemeinsamen Erlebnisse genießen die Bewohner genauso wie das Pflegepersonal. Der Umgang mit älteren Menschen macht einfach Spaß, es ist oft ziemlich lustig und es gibt viel zu lachen. Dieser enge Kontakt führt dazu, dass man die Menschen lieb gewinnt, weil sie einfach nett sind. Interessant ist auch, wenn die Menschen aus ihrem Leben erzählen. Weil sie alle sehr nett sind und der Umgang mit den Kollegen auch gut ist, haben wir ein angenehmes und lockeres Arbeitsklima und fühlen uns deshalb bei der Arbeit wohl.
Es sind jetzt leider nur noch ein paar Monate und dann heißt es wieder Abschied nehmen von allen unseren lieb gewonnenen Bewohnern und Kollegen. Wir können sagen, dass wir sehr viel dazu gelernt haben. Es ist eine Erfahrung fürs Leben, die wir nicht missen möchten und nur jedem empfehlen können. Ihr werdet es nicht bereuen. |