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Mein Freiwilliges Soziales Jahr bei der KBF
     

Sie helfen bei der Pflege mit, backen Kuchen, spielen Gesellschaftsspiele oder begleiten alte oder behinderte Menschen auf einem Spaziergang. Manche von ihnen schreiben jetzt auch. Rund 210 junge Frauen und Männer leisten derzeit in den Einrichtungen der Körperbehindertenförderung Neckar-Alb (KBF) ein Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ). Im Herbst sind ihre Plätze frei für andere Interessierte. Damit die "Neuen" aus Ihren Erfahrungen Nutzen ziehen können, berichten die "FSJ-ler" nun im Internet selbst über Ihre Erfahrungen und geben Einblick in ihren Alltag.
Wir werden die Erfahrungsberichte der jungen Menschen im Freiwilligen Sozialen Jahr immer wieder ergänzen und freuen uns, wenn auch Sie Interesse an einem FSJ bei der KBF haben. Dann schicken Sie uns doch einfach eine E-Mail und am besten auch einige Infos über Sie selbst?

     
    Freiwillige bei der KBF berichten über ihre Erfahrungen

... man lernt hier auch sehr viel fürs Leben
     
     
   

Freiwilligendienst im Internat

Lena, Robin, Felix und Jason erzählen von ihren Erfahrungen und wie sie ihre Entscheidung für ein FSJ oder BFD am Ende des Jahres beurteilen:
Im Internat der Dreifürstensteinschule der KBF gGmbH werden Kinder und Jugendliche in familienähnlichen Wohngruppen mit bis zu sechs BewohnerInnen gefördert und betreut. Die Förderung und Betreuung der jungen Menschen mit Behinderung findet durch ausgebildete HeilerziehungspflegerInnen und (Jugend- und Heim-)ErzieherInnen statt. Um das familiäre Konzept umsetzen zu können, wird die tatkräftige Unterstützung durch junge, engagierte Personen dringend benötigt.
Lena Schroth (20, BFD), Robin Single (18, Praktikant), Felix Rudolph (25, BFD), Jason Dar (19, FSJ) haben sich bereit erklärt, am Ende ihres freiwilligen Jahres ihre Eindrücke zu schildern:

Wie kamt ihr dazu, euer FSJ/BFD bei der KBF zu machen?

Robin: Über meine Schwester, die ebenfalls ein FSJ gemacht hat.
Felix: Durch meinen Freundeskreis, die auch FSJ gemacht haben. Ich habe sie häufig auch besucht, und dadurch schon mal Eindrücke gewinnen können.
Lena: Ich habe mein Sozialpraktikum in der 7./8. Klasse an der Dreifürstensteinschule gemacht, für mein FSJ habe ich mich dann für das Internat entschieden.
Jason: Ein halbes Jahr vor Schulende war für mich klar, dass ich ein FSJ mache. Ich war selbst mal im Kindergarten bei der KBF, weil ich damals gestottert habe. Dadurch war ein Bezug da.

Was hat euch speziell am Internat gereizt?

Robin: Ich habe mich gefragt: Was liegt mir? und mich dann für die Arbeit mit Menschen entschieden. Selbstfindung hat auch eine Rolle gespielt.
Felix: Ich hatte schon in sehr viele Berufsfelder reingeschaut, sozialer Bereich war bis dahin noch nicht dabei. Und das Schöne bei der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen ist: da baut sich was auf, eine Beziehung entwickelt sich und man hat Erfolgserlebnisse.
Lena: Ich wollte das als Vorbereitung zur Ausbildung als Heilerziehungspflegerin machen. Das wird auch so von den entsprechenden Ausbildungsstätten und -schulen verlangt.
Jason: Die kleinen Gruppen, individuell Personen begleiten zu können, die Möglichkeit intensiver Einzelsituationen, das hat mir gefallen.

Gab es in dem Jahr besonders eindrückliche Ereignisse oder besondere Momente?

Robin: Kein Tag ist wie der andere. Jeden Tag passiert etwas Besonderes, so dass ich mich auf jeden Tag von neuem freuen kann.
Lena: So früh morgens zu arbeiten, egal wie müde oder schlapp man ist, ist nicht einfach. Aber wenn mich mein Bewohner Pierre dann angrinst, bekomm ich selbst gleich gute Laune, so dass im Frühdienst in der Pflege viel Spaß und Humor herrscht.
Jason: Als ich nach eineinhalb Monaten einen Bewohner fragte, ob er über seine Behinderung Bescheid weiß und er mir dann offen und lange darüber erzählte.

Könnt ihr den Freiwilligendienst im Internat der KBF/DFS empfehlen und falls ja: warum? Was nehmt ihr an persönlichen Erfahrungen aus diesem Jahr mit?

Lena: Ich würde es schon empfehlen – auch unabhängig davon, ob man in dem Berufsfeld bleiben möchte. Ich finde, die ganzen Vorurteile, die man vorher hatte, werden dadurch abgebaut.
Robin: Das erste Mal Verantwortung übernehmen, die ersten Erfahrungen, Selbständigkeit zu fördern, Absprachen einhalten lernen. Ich habe von der beruflichen Orientierung zum Traumberuf gefunden.
Jason: Man lernt sehr viel dazu. Alltags- und Haushaltsaufgaben, in der Unterkunft alleine zu leben, Selbständigkeit, einfach: erwachsen zu werden. Außerdem habe ich festgestellt, dass die Welt um uns herum längst noch nicht so ausgestattet ist, dass Menschen mit Behinderung im Alltag alleine zurechtkommen können.
Felix: Man lernt viel über sich selbst und die BewohnerInnen. Berührungsängste und Vorurteile, die man vorher hatte, verliert man. Viele Menschen mit Behinderung können viel mehr, als man denkt.
Lena: Ja, und dass viele nichts anderes machen, und oft – was die Freizeitgestaltung betrifft -  auch keine anderen Interessen haben, als wir selbst, nur halt auf ihre Art.

Infos zum FSJ / BFD:

  • Taschengeld 200 Euro bei freier Unterkunft und Verpflegung. Wird die Verpflegung nicht in Anspruch genommen – Verpflegungsgeld 220 Euro
  • Sozialversicherung
  • Es besteht Kindergeldanspruch
  • 25 Bildungstage bei 12 Monaten Beschäftigung und pädagogische Begleitung
  • 26 Urlaubstage
  • Ausweis und Bescheinigung für FSJ bzw. BFD

Bundesfreiwilligendienst BFD

  • Frauen und Männer nach Berufsschulpflicht ab dem 16. Lebensjahr
  • Altersunabhängig
  • Dauer 6-24 Monate – in der Regel 12 Monate in Vollzeit
  • Personen über 27Jahre auch Teilzeitbeschäftigung möglich, mindestens

jedoch 20 Wochenstunden
Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ)

  • Frauen und Männer nach Berufsschulpflicht zwischen dem 16. und 27. Lebensjahr
  • Dauer 6-18 Monate – in der Regel 12 Monate in Vollzeit
     

Freiwilligendienst im Internat(von links): Jason, Robin, Adam, Felix, Turhan, Pierre und Lena

     
  Hallo! Wir drei sind in der ‚Tagespflege für Ältere‘ in Tübingen tätig. Zu unseren täglichen Aufgaben gehören viele abwechslungsreiche Tätigkeiten.

Unser Tag beginnt morgens mit dem Abholen unserer Tagespflegegäste bei ihnen zuhause. Mit dem Eintreffen der verschiedenen Touren beginnt der Tag in der Tagespflege mit einem gemütlichen Frühstück, wobei unsere Unterstützung eine wichtige Rolle spielt. Zum Beispiel unterstützen wir beim Essen, füllen die verschiedenen Lebensmittel auf und räumen zu guter Letzt die Tische und spülen das Geschirr. Nachdem wir die Küche blitzblank geputzt haben, warten schon die nächsten Aufgaben auf uns, wie zum Beispiel das wöchentliche Einkaufen oder Aktivitäten mit einzelnen unserer Gäste, mit denen wir spazierengehen, Spiele spielen, Kuchen backen, Suppe kochen. Beim Vorbereiten des Mittagessens sind wir beteiligt, indem wir die Tische decken, das Essen in Wärmewagen stellen, Salate und Nachtisch vorbereiten oder wir übernehmen sonstige anfallende Aufgaben. Um halb zwölf Uhr helfen wir unseren Gästen, die nicht mehr selbstständig essen können. Um Punkt zwölf Uhr bekommen alle anderen Gäste Mittagessen, wobei wir unsere Kollegen bei der Essensausgabe unterstützen. Danach ist wieder Tische-Abräumen und Küche-Saubermachen angesagt. Nach dem Mittagessen machen unsere Tagespflegegäste eine Mittagsruhe. In dieser Zeit haben auch wir unsere wohlverdiente Mittagspause. Um ungefähr halb drei Uhr gibt es Kaffee, Kuchen und ein nettes Zusammensitzen. Um ca. 15 Uhr startet der Tag der Tagespflegegäste in die letzte Runde, es gibt noch eine Stunde Programm mit wechselnden Inhalten wie Spiele oder Gedächtnistraining. In dieser Zeit hat einer von uns dreien die Möglichkeit, etwas mit den „Älteren“ zu unternehmen. Da gehen wir zum Beispiel spazieren, unterhalten uns oder tun, auf was sonst die „Älteren“ Lust haben. Um 16 Uhr fahren dann die verschiedenen Touren Richtung Heimat der Tagespflegegäste. Mit dem Nach-Hause-Bringen unserer Gäste rückt auch unser Feierabend näher.
Die Arbeit macht dank des sehr netten Teams viel Spaß und auch unsere Tagespflegegäste wachsen uns mit der Zeit immer mehr ans Herz. Für uns ist es eine tolle und wertvolle Erfahrung, hier zu arbeiten und uns mit unseren Tagespflegegästen zu beschäftigen. Man lernt hier auch sehr viel fürs Leben, denn wir gehen alle früher oder später den gleichen Weg.
Wir empfehlen ein FSJ / BFD in der „Tagespflege für Ältere“ auf jeden Fall weiter.
   
 
   
 
     
Alex K., 19 Jahre, hat im Oktober 2012 sein Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ) begonnen, Philipp A., 19 Jahre, arbeitet seit September 2012 im Bundesfreiwilligendienst (BFD) und Dorothea G., 21 Jahre, hat im März 2012 mit ihrem BFD begonnen   Ein Beitrag von Alex, Philipp und Dorothea
     
     
     
     
    Vielseitige und wertvolle Erfahrungen
     
Leonie und Leonie
 

Hallo! - wir sind Leonie T. (20 Jahre; FSJ seit August 2011) und Leonie B. (21 Jahre, Praktikum seit April 2012). Unsere Arbeit im Integrativen Kinderhaus in Metzingen war eine wertvolle Erfahrung für uns. Gleich von Anfang an herrschte eine vertrauensvolle und entspannte Atmosphäre, welche sich positiv auf das Miteinander von Erzieherinnen und FSJ-ler auswirkte. Durch das uns entgegengebrachte Vertrauen der Gruppenleitung wurden wir sofort in die Gruppen integriert und es entwickelte sich sehr schnell ein guter Kontakt zu den Kindern. Unsere Arbeit war sehr vielseitig. Morgens holten wir die Kinder mit KBF-Bussen von zuhause ab, im Kindergarten übernahmen wir Aufgaben wie zum Beispiel die Kinder bei ihren alltäglichen Tätigkeiten zu unterstützen: beim Zähneputzen, Toilettengang oder Aufräumen. Wir kümmerten uns während des Freispiels um die Bedürfnisse der Kinder und durften die Erzieherinnen bei pädagogischen Angeboten unterstützen. Nachmittags fuhren wir die Kinder dann wieder nach Hause. Es war sehr schön, die Kinder über das Jahr hinweg zu begleiten und ihre Fortschritte miterleben zu dürfen. Durch die Erfahrungen, die wir im Integrativen Kinderhaus gemacht haben, können wir ein FSJ nur weiterempfehlen, da die Arbeit mit den Kindern natürlich sehr viel Spaß macht, die Kollegen sehr nett sind und wir viel über die Arbeit mit Menschen und mit Kindern im Speziellen gelernt haben.

Leonie und Leonie